Adventhöhle im Müllnerhörndl

Die Chiemgauer Höhlenretter wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr… und, wie schon Karl Valentin sagte: „Nach der staadn Zeit werd´s wieda ruhiger.“

Passend dazu ein Filmchen aus der Adventhöhle von unserem Fotografen Markus Leitner, der uns immer wieder mal begleitet und dann auch tolle Bilder liefert. Eine Weihnachtshöhle suchen wir noch?!

Workshop gibt Einblicke in die großen Einsätze der letzten beiden Jahre

Zwölf Vertreter aus drei Bundesländern – Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern – trafen sich zum Workshop des Höhlenrettungsverbund Deutschland (HRVD) vom 9. bis 11. Oktober 2015 in Gelbsreuth in der Fränkischen Schweiz. Das Treffen stand ganz im Zeichen der Nachbetrachtung und Auswertung der gemeinsamen großen Einsatzübungen und der zum Teil sehr aufwändigen Einsätze der vergangenen beiden Jahre.

Freitagabend und Samstagvormittag standen Vorträge der Höhlenretter aus Südbayern über den Rettungseinsatz im Riesending im Mittelpunkt. Die jeweils folgende Diskussion zeigte auf, dass trotz der medialen Informationsvielfalt einige Details unbekannt waren oder auch falsche Informationen vorlagen.

Am Samstag hatten die Vertreter der Höhlenrettungsgruppen dann Gelegenheit, verschiedene Fragestellungen zu erörtern und die Erfahrungen aus Übungen und Einsätzen der eigenen Gruppe darzustellen. Der Rückblick sollte dabei die letzten zehn Jahre umfassen, in denen im zweijährigen Turnus ab 2005 auch fünf umfangreiche nationale Rettungsübungen durchgeführt wurden: in einer Höhle bei Steinamwasser in Nordbayern, in der Falkensteiner Höhle bei Bad Urach in Baden-Württemberg, in der Schwarzen Crux bei Suhl in Thüringen, in der Schwinde C bei Breitscheid in Hessen und zuletzt in der Großen Spielberghöhle am Samerberg in Südbayern.

Gerade anhand der Rückmeldungen aus den Einsätzen zeigte sich, dass sowohl die Ausbildung – technisch und medizinisch – als auch die Ausrüstung stetig weiterentwickelt werden muss. Von den Einsätzen in der Falkensteiner Höhle berichteten die Malteser Höhlenrettung und die Höhlenrettung Baden-Württemberg, vom Rettungseinsatz in der Jack-Daniels-Höhle die südbayerische Höhlenrettung.

Die nationalen Übungen wurden in der Intensität deutlich gesteigert bis hin zum mehrtägigen Rettungsablauf mit komplexen Aufgabenstellungen insbesondere für die Einsatzleitung. Bei Übungen lassen sich Mängel beheben oder notfalls auch ausblenden, bei Einsätzen geht das nicht.

So braucht zum Beispiel die Rettungstrage der bayerischen Höhlenretter dringende Verbesserungen wie durchgehend Trageschlaufen rund um die gesamte Trage, eine verbesserte Aufhängung und robustes Material mit entsprechender guter Verarbeitung. Wichtiges Thema war auch immer wieder die Kommunikation innerhalb der Höhle, die mit Telefonleitungen oder Langwellenfunk betrieben wird. Insbesondere das System Cavelink wurde beschafft und die notwendige Ausbildung damit intensiviert.

Besonders markant haben sich für die bayerischen Höhlenretter die Rahmenbedingungen für die ehrenamtliche Arbeit verändert. Seit 2009 ist die Berg- und Höhlenrettung Aufgabe der Bergwacht Bayern, was zwar den finanziellen und einsatztaktischen Rahmen enorm verbessert, aber die Zusammenarbeit mit den Höhlenforschervereinen für Übungen und Einsätze erschwert. Hier wird man aktiv an einer zukunftsfähigen Lösung arbeiten müssen.

Die Untertagerettung der Bergwacht Harz berichtet, dass durch den diesjährigen Einsatz am Kyffhäuser die Akzeptanz gestiegen ist und man auch auf eine gesicherte Finanzierung im Rahmen des Rettungsdienstgesetzes hofft.

Für die Höhlenrettung ein wichtiges Thema ist der Nachwuchs bei den Einsatzkräften. Mit dem Ausbildungsstand und den Aktivitäten in den heimischen Gruppen waren alle Vertreter zufrieden. Allerdings konnten nicht alle über die Mitgliederzahl mit Zufriedenheit berichten: von stabil hohen Mitgliederzahlen, stetigem Wachstum bis zu sehr kleinen Gruppen zeigt sich ein gemischtes Bild, manche sehr kleine Gruppe wäre schon bei kleinen Einsätzen auf Unterstützung aus dem HRVD angewiesen. Insbesondere der sehr kleine Pool an höhlengängigen Ärzten muss dringend erweitert werden.

Der Sonntag wurde dann zur Ergebnissicherung genutzt und in den verschiedenen Bereichen wurden Arbeitsaufträge erteilt.